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BürgerRatHaus

Essens neues "BürgerRatHaus"

Wie soll die Stadtverwaltung Essen der Zukunft aussehen? Wie kann die Stadt Essen ihr Dienstleistungsangebot an zentralem Standort serviceorientiert ausbauen? Wie können Fachbereiche und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Arbeitsabläufe und Zusammenarbeit optimieren?

All diese Überlegungen stecken hinter der ersten Konzeption für das "BürgerRatHaus", die Oberbürgermeister Thomas Kufen, Stadtdirektor Hans-Jürgen Best sowie die Geschäftsbereichsvorstände Christian Kromberg, Peter Renzel und Co-Dezernent Dieter Schmitz am 06.09.2017 im Rahmen einer Pressekonferenz im Essener Rathaus vorgestellt haben.

Das Gebäude, das bis 2024 am Standort des alten Essener Hauptbades und des heutigen JobCenters an der Steeler Straße entstehen soll, könnte auf rund 27.500 Quadratmetern zukünftig wichtige soziale Dienstleistungen der Stadtverwaltung unter einem Dach beheimaten. Die innenstadtnahen Angebote des JobCenter Essen, Teile des Jugendamtes sowie des Amts für Soziales und Wohnen könnten dort gebündelt, zentral und gut erreichbar den Service für die Bürgerinnen und Bürger erhöhen und moderne, zeitgemäße und flexible Arbeitsplätze für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung bieten.

Zentrale Immobilie als wirtschaftliche Lösung

Indem mehrere Gebäude, in denen diese Dienstleistungen derzeit in Mietobjekten untergebracht sind, abgemietet werden könnten, stellte sich der Neubau des BürgerRatHauses dauerhaft als wirtschaftlichste Lösung dar. Das haben Berechnungen ergeben, die gemeinsam mit qualitativen und quantitativen Daten zu erforderlichen Arbeitsbedingungen, Aspekten der Sicherheit, Kosten, Personal, und weiteren Parametern in ein Vorprojekt unter Mitwirkung des auf Büro- und Arbeitsplatzkonzepte spezialisierten externen Dienstleisters "combine Consulting" eingeflossen sind.

Mit dem Einstieg in die konkrete Planung, die 1,5 Millionen Euro kosten soll, ist nun die Öffentlichkeit gefordert: So offen wie der Name, den das Verwaltungsgebäude tragen soll, sind die funktionale Gestaltung und die Möglichkeiten, die das neue Haus den Dienststellen und Besucherinnen und Besuchern bietet: Das "BürgerRatHaus" soll mit den Ideen der Essener Bürgerinnen und Bürger sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Essen entwickelt werden.

 

Geplante Beteiligung

"Niemand kennt die gängigen Arbeitsabläufe und Bedarfe, die die Qualität einer guten und funktionalen Verwaltung ausmachen, besser als unser Personal", so Oberbürgermeister Thomas Kufen. "Wir brauchen die Erfahrung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Essener Stadtverwaltung, um ein effizientes, modernes und zukunftsgewandtes Verwaltungsgebäude entwickeln zu können. Und wir brauchen die Mitarbeit und Ideen der Essener Bürgerinnen und Bürger, um ein freundliches und serviceorientiertes Verwaltungsgebäude, das sich an den Bedürfnissen der Menschen, die darin arbeiten und die in Essen leben, orientiert", machte das Stadtoberhaupt die ausdrücklich gewünschte Beteiligung von Bevölkerung und Personal beim Entwicklungsprozess deutlich.

Da das neue Gebäude sich den Aufgabenstrukturen und Arbeitsbedingungen anpassen, jedoch auch nachhaltig und zukunftsfähig mit größtmöglicher Flexibilität gestaltet werden soll, sind etwa klare Trennungen in Backoffice- und Frontoffice-Bereiche (Empfang und Beratungszimmer) sowie in hohem Maße standardisierte Arbeitsplätze vorgesehen. Da bei der Planung moderner und funktionaler Verwaltungsgebäude auch Teilzeitarbeitsmodelle, Urlaube oder dienstliche Abwesenheiten von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern berücksichtigt werden, ist für eine besonders effiziente Flächennutzung die Mehrfachnutzung der Arbeitsplätze (Desk-Sharing) vorgesehen. Damit würden sich auch die Arbeitsprozesse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verändern und sich der wandelnden Arbeitswelt anpassen. "Umso wichtiger, dass wir unser Personal im Rahmen des Change Managements als feste Größe in diesen Prozess einbinden", merkte Oberbürgermeister Thomas Kufen an.

Bauzeit und Kosten

Die Planungs- und Baukosten für das neue Gebäude liegen nach der groben Schätzung aus dem Vorprojekt bei rund 110 Millionen Euro. Darin sind neben dem Grundstück mit rund 3,8 Millionen Euro auch die Planungs- und alle Abrisskosten enthalten. Außerdem wurden bereits rund 9 Millionen Euro für den Betriebsausbau einkalkuliert. Dabei handelt es sich unter anderem um Kosten für noch unklare Positionen wie Meeting-Points, Eltern-Kind-Räume oder eine Cafeteria, die sich erst im Laufe des Beteiligungsprozesses ergeben werden.

Als Generalübernehmer soll die GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH eingesetzt werden, die auch für das Baukostencontrolling verantwortlich sein soll. Über die Beauftragung der GVE mit der Erarbeitung konkreter Planungs- und Umsetzungsschritte mit Kosten in Höhe von etwa 1,5 Millionen Euro sowie dem Abriss des Hauptbades und des JobCenter-Standortes in Höhe von 3,48 Millionen Euro beraten die verschiedenen Gremien ab dem 12. September, bevor der Rat der Stadt am 27. September darüber entscheiden soll. Mit dem Bau begonnen werden könnte 2021; die Fertigstellung ist derzeit für Anfang 2024 geplant.